Wie bereits im letzten Beitrag unserer Blog-Serie angekündigt, haben wir uns die neuen Funktionen der ersten Veröffentlichungswelle 2020 etwas genauer angesehen.

Relativ früh, nämlich bereits im Februar 2020 als Early Access-Zugang, ist die erweiterte Kreditverwaltung [Engl.: das Credit Management] veröffentlicht worden. Die erweiterte Kreditverwaltung bietet Ihnen die Möglichkeit, detaillierte Kreditlimits, Risikobewertungen oder auch Versicherungsinformationen direkt in Dynamics 365 Finance zu pflegen und so Verluste durch nicht zahlungsfähige Kunden zu vermeiden.

Für diese Funktion hat Microsoft die Lösung von DXC adaptiert und in den Standard als erweiterte Kreditverwaltung für Dynamics 365 Finance aufgenommen. Seit April 2020 (Microsoft Dynamics 365 Finance Version 10.0.9 PU33) können Sie die Funktion über das Feature Management aktivieren -sofern Sie die automatische Aktivierung ausgeschaltet haben. Doch was kann die erweiterte Kreditverwaltung wirklich?

Steuern Sie ausführliche Kreditlimit-Informationen direkt am Kundenstamm

Nach der Aktivierung der erweiterten Kreditverwaltung ist schnell erkennbar, dass nun weitere Felder auf dem Kundendatenblatt unter Kredit und Inkasso [Engl.: Credit and Collections] zur Verfügung stehen. Diese Felder ermöglichen Ihnen eine wesentlich genauere Einordnung und Gruppierung Ihrer Kunden und deren Bonität.

Neues von den Microsoft Business Application News - August. Ein Einblick in die erweiterte Kreditverwaltung.

Sie können neben dem klassischen Kreditlimit nun beispielsweise auch ein zeitlich begrenztes Kreditlimit hinterlegen. Zusätzlich können Sie mehrere Kunden in einer Kreditgruppe zusammenfassen und verwalten. Dies ermöglicht Ihnen die Steuerung von übergeordneten Kreditlimits.

Hierbei gilt zu beachten: Ist ein Kunde einer Kreditgruppe hinterlegt, greift immer zuerst das Kreditlimit der Gruppe. Wird hier die Prüfung bestanden, prüft das System das Limit am Kunden. Auf Kundenebene wird zuerst das temporäre Kreditlimit, sofern eines hinterlegt ist, geprüft. Über diese Hierarchie können Sie somit bereits unterschiedliche Kreditlimit-Stufen einrichten.

Erstellen Sie eine Risikoklassifizierung und beurteilen Sie Ihre Kunden anhand individueller Bewertungsgruppen

Im Rahmen der erweiterten Kreditverwaltung [Engl.: enhanced Credit Management] liefert Microsoft außerdem die Möglichkeit einer Risikobewertung. Dazu können Sie im System Bewertungsgruppen [Engl.: Scoring Groups] unterschiedlicher Typen hinterlegen. Microsoft bietet hier im Standard sieben Typen [Engl.: Group Types], deren Risikowert [Engl.: Score] über periodische Aufgaben vom System kalkuliert werden kann. Die Einrichtung der Bewertungsgruppen erfolgt hierbei zentral über die Einstellungen der Kreditverwaltung im Modul Kredit und Inkasso [Engl.: Credit and Collections]. Zu den Gruppentypen zählen u.a. der durchschnittliche Saldo in den letzten 12 Monaten, durchschnittliche Zahlungstage, das Land des Kunden oder das Alter des Kunden.

Zusätzlich können Sie benutzerdefinierte Gruppen und Werte anlegen. Allerdings müssen Sie die über die benutzerdefinierten Gruppen ermittelbaren Risikowerte manuell am Kunden pflegen.

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Die Summe der einzelnen Risikowerte pro Bewertungsgruppe ergibt einen Risikowert [Engl.: Score] für Ihren Kunden, über den Sie identifizieren können, zu welcher Risikogruppe [Engl.: Risk Group] dieser gehört. Dazu legen Sie vorab in den Einstellungen der Kreditverwaltung über die Risikoklassifizierung [Engl.: Risk Classification] entsprechende Risikogruppen an.

Den einzelnen Risikogruppen können Sie ebenfalls einen Indikator (farbiges Symbol) hinterlegen, um so in Auswertungen und Übersichten eine klare Abhebung der einzelnen Gruppen zu erzielen.

Die erweiterte Kreditverwaltung bietet außerdem über die Aufteilung der Risikogruppen eine Einrichtung von automatischen Kreditlimits. Durch die automatischen Kreditlimits sparen Sie sich die Einrichtung und Verwaltung der Limits pro Kunden oder -gruppe. Je nachdem, in welche Risikogruppe ein Kunde fällt, wird so das Kreditlimit für den Kunden angepasst. So gewährleisten Sie, dass einem Kunden, beispielsweise durch die nächste überfällige Zahlung, automatisch das nächste niedrigere Kreditlimit zugeordnet wird und Verluste durch weitere überfällige oder nicht einbringbare Zahlungen minimiert werden.

Definieren Sie klare Sperrungsregeln, u.a. abhängig von Kreditlimits, Zahlungsmethoden oder offenen Aufträgen

In der erweiterten Kreditverwaltung haben Sie nun ebenfalls die Möglichkeit, neben dem Kreditlimit als Richtwert, auch anhand von überfälligen Zahlungszeiträumen, dem Kontostatus oder der Zahlungsmethode oder der Anzahl offener Aufträge bestimmte Sperrungsregeln [Engl.: Blocking rules] zu hinterlegen.

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Diese Sperrungsregeln lassen sich entweder auf alle Kunden, Kundengruppen oder einzelne Kunden einrichten sowie ebenfalls anhand der Risikogruppen. Somit haben Sie die Möglichkeit, wenn notwendig, komplexe Bedingungen und klare Regeln einzurichten, wodurch das System bereits die Erstellung weiterer Aufträge für riskante oder nicht zahlungsbereite Kunden verhindern kann.

Dazu finden Sie nun auch am Auftragskopf einen weiteren Bereich für die Kreditverwaltung [Engl.: Credit management] mit Informationen über den Blockierungsstatus. Sie haben ebenfalls die Möglichkeit, einzelne Aufträge von der Kreditverwaltung auszuschließen und somit eine Blockierung zu umgehen.

Mit der Veröffentlichung der erweiterten Kreditverwaltung hat Microsoft ein starkes Tool bereitgestellt, dass Ihnen helfen kann, durch die detaillierte Verwaltung der Zahlungsfähigkeit Ihrer Kunden Umsatzverluste zu minimieren.

Wagen Sie den Schritt und aktivieren Sie die erweiterte Kreditverwaltung. Wir von AlfaPeople helfen Ihnen gern bei der Einrichtung.