
Internationale Expansion scheitert selten spektakulär
ERP-Herausforderungen bei internationale Expansion treten selten in dem Moment auf, in dem ein Unternehmen einen neuen Markt betritt. Häufiger treten die Belastungen erst später zutage, wenn ein ERP-System, das für eine einfachere Organisationsstruktur konzipiert wurde, plötzlich mehrere Unternehmenseinheiten, Währungen, Steuersysteme und Berichtsanforderungen unterstützen muss.
Es kommt zu keinem dramatischen Zusammenbruch. Der Deal wird abgeschlossen, die neue Niederlassung eröffnet, und die Umsätze laufen an. Auf dem Papier scheint alles zu funktionieren.
Die Belastung baut sich allmählich auf. Sie zeigt sich in Form von Reibungsverlusten, die sich einzeln leicht wegdiskutieren lassen. Eine Abstimmung, die länger dauert als erwartet, ein verspäteter Bericht oder eine Compliance-Anforderung, die ausserhalb des Systems abgewickelt wird, weil es schneller erscheint.
Keines dieser Probleme erscheint für sich genommen kritisch. Genau deshalb summieren sie sich.
Warum die ERP-Komplexität bei der internationalen Expansion zunimmt
Die Herausforderungen im ERP-Bereich nehmen bei der internationale Expansion zu, da jeder neue Markt zusätzliche juristische Personen, Währungen, Steuerregeln, Berichtsanforderungen und Compliance-Verpflichtungen mit sich bringt.
Wachstum mag in einem Organigramm linear aussehen, verhält sich im Hintergrund jedoch ganz anders.
Ein ERP-System, das für eine einzelne Einheit oder ein einzelnes Land gut funktioniert hat, bietet möglicherweise nicht die erforderliche Struktur, um eine wachsende internationale Organisation zu verwalten. Mit zunehmender Komplexität beginnen Teams oft, dies durch manuelle Prozesse und isolierte Tools auszugleichen.
Die Finanzabteilung dehnt den Abschlusszeitraum aus. Der operative Bereich gleicht Daten manuell ab. Die IT-Abteilung baut eine weitere Brücke zwischen den Systemen. Compliance-Aktivitäten werden in Tabellenkalkulationen, E-Mail-Verläufen und lokalen Notlösungen abgewickelt.
Das funktioniert eine Zeit lang.
Aber zusätzlicher Aufwand führt nicht zu einer Neugestaltung der zugrunde liegenden Struktur. Unterdessen vergrössert sich die Kluft zwischen dem Unternehmen, zu dem Sie geworden sind, und der ERP-Architektur, die Sie noch immer nutzen, immer weiter.
Eine solide ERP-Grundlage für internationale Unternehmen sollte den Betrieb mehrerer Rechtsträger, die Finanzkonsolidierung, die Einhaltung lokaler Vorschriften und standardisierte Prozesse unterstützen. Dabei soll nicht jedes neue Land wie ein eigenständiges Transformationsprojekt wirken.
Weitere technische Informationen zur Verwaltung der Konsolidierung über juristische Personen und Währungen hinweg finden Sie hier.
An welchen Anzeichen erkennen Sie, dass Ihr ERP-System das internationale Wachstum einschränkt?
Zu den häufigen Warnzeichen zählen langsamere Finanzabschlüsse, wiederkehrende konzerninterne Probleme, eine auf Tabellenkalkulationen angewiesene Konsolidierung, ausserhalb des Systems verwaltete Compliance-Prozesse sowie ein übermässiger Aufwand, sobald das Unternehmen ein neues Land oder eine neue Einheit hinzufügt.
Kommt Ihnen irgendetwas davon bekannt vor?
- Ihr Finanzabschluss dauert länger als früher, und niemand weiss so recht, warum.
- Probleme mit konzerninternen Transaktionen sind eher die Regel als die Ausnahme geworden.
- Die Konsolidierung hängt immer noch von einer Tabellenkalkulation ab, für die niemand die Verantwortung übernehmen will.
- Compliance-Prozesse werden zunehmend ausserhalb des Systems statt innerhalb desselben verwaltet.
- Die Einbindung eines neuen Landes fühlt sich jedes Mal wie ein Grossprojekt an.
Diese Symptome werden oft als isolierte operative Probleme behandelt. Ein Team fügt eine weitere Tabellenkalkulation hinzu. Ein anderes richtet einen manuellen Genehmigungsprozess ein. Die IT entwickelt eine vorübergehende Integration.
Mit der Zeit werden diese provisorischen Lösungen Teil des Betriebsmodells.
Wenn Ihnen mehrere dieser Situationen bekannt vorkommen, liegt das Problem wahrscheinlich nicht am Einsatz Ihres Teams. Es liegt an den Grundlagen, auf denen sie basieren.
Die Frage ist nicht, ob Sie expandieren können
Die Frage ist nicht, ob Ihr Unternehmen international expandieren kann. Das können Sie ganz klar.
Die eigentliche Frage ist, ob Ihr ERP-System so ausgelegt ist, dass es diese Expansion unterstützt, oder ob es an der Zeit ist, eine Migration zu Dynamics 365 in Betracht zu ziehen, bevor die betriebliche Komplexität zu einem strukturellen Risiko wird.
Diese Unterscheidung ist von innerhalb des Unternehmens oft schwer zu erkennen. Die Symptome treten schleichend auf, und die Teams sind oft zu sehr damit beschäftigt, sie auszugleichen, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren.
Das Problem wird meist erst sichtbar, wenn ein grösseres Ereignis den Druck erhöht. Ein Audit, eine Übernahme, eine neue regulatorische Anforderung oder eine weitere Phase der internationale Expansion.
Erkennen Sie das Problem klar und deutlich, bevor es Ihnen keine andere Wahl mehr lässt
Wir bei AlfaPeople haben einen kurzen Leitfaden für Führungskräfte erstellt, der Unternehmen dabei helfen soll, zu erkennen, was unter der Oberfläche vor sich gehen könnte. Der Leitfaden erläutert, wie sich internationale Komplexität verstärkt, welche Warnzeichen darauf hindeuten, dass ein ERP-System dem Unternehmen nicht mehr gerecht wird, und wie strukturelle Bereitschaft für ein wachsendes internationales Unternehmen aussieht.
Sollte der Leitfaden auch nur eine Situation aufzeigen, die Sie in Ihrem eigenen Betrieb wiedererkennen, betrachten Sie dies als Signal, genauer hinzuschauen, bevor ein Audit, eine Übernahme oder eine weitere Expansion das Thema erzwingt.




