
Bedarfsprognose in Dynamics 365 SCM wird deutlich präziser
Eine zuverlässige Bedarfsprognose ist die Grundlage jeder erfolgreichen Lieferkette. Doch in der Praxis reicht es längst nicht mehr aus, ausschliesslich historische Verkaufszahlen zu analysieren. Inflation, Wetter, Preisänderungen oder andere externe Einflüsse verändern das Kaufverhalten oft kurzfristig und machen klassische Prognosemodelle ungenauer.
Mit der Release Wave 1 2026 erweitert Microsoft die Bedarfsplanung in Microsoft Dynamics 365 Supply Chain Management deshalb um wichtige neue Funktionen. Unternehmen können erstmals externe Einflussfaktoren direkt in ihre Nachfrageprognosen einfliessen lassen und so fundiertere Planungsentscheidungen treffen.
Externe Daten verbessern die Nachfrageprognose
Bisher basierten Prognosen vor allem auf internen Unternehmensdaten. Künftig können zusätzlich Informationen wie Inflationsraten, Wetterdaten oder Preisentwicklungen berücksichtigt werden. Dadurch entsteht ein vollständigeres Bild der tatsächlichen Marktsituation.
Im Hintergrund nutzt Microsoft moderne Machine-Learning-Verfahren wie XGBoost. Der Algorithmus analysiert automatisch, welche externen Faktoren den grössten Einfluss auf die Nachfrage einzelner Produkte haben. Anstatt jede Anpassung manuell vorzunehmen, bewertet das System selbstständig die Relevanz der verfügbaren Daten und gewichtet sie entsprechend.
Gerade Produktionsunternehmen mit saisonalen Produkten oder stark schwankender Nachfrage profitieren von dieser Erweiterung. Wetterbedingte Absatzspitzen oder Veränderungen der Kaufkraft können deutlich früher erkannt und in die Planung einbezogen werden.
Neue Prognosealgorithmen verbessern die Bedarfsplanung
Neben den zusätzlichen Datenquellen erweitert Microsoft auch die verfügbaren Prognosealgorithmen. Neu stehen unter anderem die Verfahren Croston und Naive zur Verfügung.
Das Croston-Verfahren eignet sich insbesondere für Artikel mit unregelmässiger Nachfrage. Dazu gehören beispielsweise Ersatzteile, Spezialkomponenten oder Produkte, die nur projektbezogen verkauft werden. Klassische Prognosemodelle liefern in diesen Szenarien häufig ungenaue Ergebnisse, weil längere Zeiträume ohne Verkäufe nur schwer abgebildet werden können.
Mit der grösseren Auswahl an Algorithmen lässt sich die Bedarfsplanung besser auf unterschiedliche Produktgruppen abstimmen und die Prognosequalität weiter verbessern.
Rollierende Prognosen mit weniger manuellem Aufwand
Auch die Zusammenarbeit zwischen Planungsteams und der Microsoft Copilot KI wird weiter verbessert. Bislang gingen manuelle Änderungen bei neuen Prognoseläufen teilweise verloren. Mit der Release Wave 1 2026 bleiben diese Anpassungen künftig erhalten und werden bei rollierenden Prognosen übernommen.
Dadurch können Unternehmen ihre Erfahrungen aus Vertrieb, Einkauf oder Produktion weiterhin einfliessen lassen, ohne dass diese Informationen bei der nächsten automatischen Berechnung überschrieben werden. Die Kombination aus KI-gestützter Analyse und menschlichem Fachwissen sorgt für nachvollziehbarere und belastbarere Ergebnisse.
Für welche Unternehmen lohnt sich die neue Bedarfsprognose in Dynamics 365 SCM?
Die neuen Funktionen bieten vor allem Vorteile für Unternehmen, deren Nachfrage von externen Faktoren beeinflusst wird. Dazu zählen beispielsweise Hersteller saisonaler Produkte, Handelsunternehmen mit preissensitiven Sortimenten oder Organisationen mit einem umfangreichen Ersatzteilgeschäft.
Ebenso interessant ist die Erweiterung für Unternehmen, deren Planer heute noch viel Zeit in manuelle Korrekturen investieren. Je besser externe Datenquellen eingebunden werden, desto stärker kann sich die Planung auf Ausnahmen und strategische Entscheidungen konzentrieren.
Wichtig bleibt jedoch die Qualität der verfügbaren Daten. Externe Signale entfalten ihren Nutzen nur dann, wenn sie strukturiert vorliegen und über einen ausreichend langen Zeitraum verfügbar sind. Eine saubere Datenbasis ist daher weiterhin die wichtigste Voraussetzung für zuverlässige Prognosen.
Das neue Update macht Dynamics 365 SCM fit für moderne Nachfrageprognosen
Mit der Release Wave 1 2026 entwickelt Microsoft Dynamics 365 konsequent weiter. Die Möglichkeit, externe Einflussfaktoren in die Bedarfsprognose in Dynamics 365 SCM einzubeziehen, neue Algorithmen zu nutzen und manuelle Anpassungen dauerhaft zu übernehmen, macht die Planung flexibler und realistischer.
Unternehmen erhalten damit eine deutlich bessere Grundlage, um Lagerbestände zu optimieren, Lieferengpässe zu vermeiden und schneller auf Veränderungen im Markt zu reagieren.
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